Kommunikation: Stufen der Abstraktion

Kommunikation: Stufen der Abstraktion

Kurz gesagt

Stufen der Abstraktion

Wir sprechen, lesen, hören und schreiben jeden Tag. Doch was passiert dabei eigentlich? Wir kommunizieren, noch genauer, wir vermitteln Informationen zu einem oder mehreren Empfängern. Wir nutzen dabei automatisch unterschiedliche Arten der Kommunikation wie statische und bewegte Bilder, Sprache oder Text. All das dient demselben Zweck: dem Austausch von Informationen.

Wozu also die verschiedenen Wege?

Je weiter die Kommunikation von der Realität abstrahiert, desto mehr unterliegende Informationen gehen verloren und desto schwieriger wird es, ein kohärentes Bild im Kopf des Empfängers zu erzeugen, das mit dem übereinstimmt, was der Kommunizierende vermitteln möchte.

Jedoch kann über diesen Weg der Reduktion von Information oft ein größeres Publikum erreicht werden. Um dennoch den Inhalt so originalgetreu wie möglich wiederzugeben, sollten die Vor- und Nachteile der gewählten Kommunikationsart erlernt und bewusst eingesetzt werden.

Jede Art zu kommunizieren hat ihre Vor- und Nachteile. Um unserem Kommunikationspartner (oder -partnern) möglichst einfach und schnell unser Anliegen zu vermitteln, ist es unerlässlich, sie zu kennen. Bilder, Sprache und Text beinhalten Beschreibungen von Objekten oder Sachverhalten, die dann dem Empfänger präsentiert werden. Je weiter wir jedoch abstrahieren, desto mehr Informationen gehen verloren, wie an diesem Beispiel erkennbar.

Die Realität

Die Realität

Ihr befindet euch mit eurem Interaktionspartner in einem Raum und schaut beide auf einen Apfel. Beide Personen können den Apfel anschauen, anfassen, daran riechen oder sogar hineinbeißen, um zu testen, wie er schmeckt. Sollte einer von euch noch nie zuvor in seinem Leben einen Apfel gesehen haben, ist ihm nun klar, worum es sich hier handelt. Beide Teilnehmer der Interaktion haben die gleiche Vorstellung im Kopf.

Das Bild

Das Bild

Jetzt begeben wir uns auf die erste Stufe der Abstraktion. Wir haben ein Bild des Objekts, in diesem Fall unseres Apfels. Euer Interaktionspartner befindet sich nun möglicherweise an einem anderen Ort und ihr beide schaut euch das Bild an. Je nach Detailgrad beinhaltet das Bild Farben und kleinere Details. Jedoch gehen Informationen wie Geruch, Substanz oder Geschmack auf dieser Ebene schon verloren.

Eine Person, die nie zuvor in ihrem Leben einen Apfel gekostet oder daran gerochen hat, wird sich aufgrund des Bildes nur schwer vorstellen können, wie das ist. Hier beschreibt das Bild das reale Objekt. Auf dieser Stufe werden oft schon zusätzliche Beschreibungen von höheren Stufen der Abstraktion verwendet (Sprache und Text), um das Objekt noch genauer beschreiben zu können.

Die Sprache
 

Die Sprache

Auf der nächsten Stufe kommen wir zur Sprache. Die Nationalität der Kommunizierenden ist hierbei egal (solange sie die gleiche Sprache sprechen!). Hier beschreibt eine Person das Objekt mittels Worten und erklärt dem Empfänger die Eigenschaften des Apfels. Dinge wie Aussehen, Geschmack, Geruch oder das Gefühl des Hineinbeißens können erwähnt werden, um eine möglichst originalgetreue Vorstellung beim Empfänger zu erzeugen.

Mit der Sprache verlieren sich jegliche visuellen Informationen des Objekts und wir sind komplett auf die Vorstellungskraft unserer Empfänger angewiesen. Diese variiert jedoch von Person zu Person und es ist daher schwierig, bei einem oder sogar mehreren Menschen das gleiche Bild im Kopf zu erzeugen. Noch schwieriger wird es, wenn das Thema, von dem wir sprechen, nicht ein einfaches Objekt wie ein Apfel ist, sondern ein komplexer Sachverhalt (wie z.B. ein Gefühl). Hier beschreibt die Sprache das Bild, welches das reale Objekt beschreibt.

Der Text

Der Text

Auf der höchsten Stufe der Abstraktion befindet sich der Text. Wir verzichten auf Betonung, Sprachgeschwindigkeit sowie Mimik und Gestik. Der Empfänger „hört“ das geschriebene Wort nur in seiner eigenen Stimme und interpretiert basierend auf seiner eigenen Erfahrung. Diese Art der Kommunikation ist sehr effektiv, wenn es darum geht, möglichst viele Empfänger zu erreichen. Dafür wird jedoch auf einen Großteil der Informationen verzichtet, die der Beschreibung des Sachverhalts oder in unserem Fall des Objektes dienen könnten.

Im Kontext unseres Beispiels: Einer Person, die in ihrem Leben noch nie zuvor einen Apfel gesehen oder gekostet hat, das Aussehen, den Geschmack, das Gefühl beim Halten eines Apfels oder den Geruch möglichst originalgetreu zu beschreiben, ist sehr schwierig. Emotionen oder komplexe Situationen via Text zu erklären übrigens auch.  

Denn: Realität → Bild → Sprache → Text. Die Wörter beschreiben die Sprache, die wir verwenden, um ein Bild im Kopf des Empfängers zu erzeugen, was (hoffentlich) sehr genau mit dem Sachverhalt oder dem Objekt in der Realität übereinstimmt.  

Wir müssen uns also bewusst sein, welche Bedeutung unsere Wahl des Kommunikationsmittels hat und entsprechend unserer Ziele eine bewusste Auswahl treffen.

Bei der Gestaltung von Webseiten stellen sich diese Fragen:

 

  • Wann benutze ich Text, um etwas zu beschreiben?
  • Wann ist Sprache effizienter?
  • Oder lieber doch ein Bild?
  • Welche Emotionen möchte ich bei meinem Empfänger auslösen?
  • Über welchen Weg der Kommunikation erreiche ich dies am besten?

Zusätzlich gibt es dann noch die Themen SEO und wie ein Algorithmus wie zum Beispiel der von Google die Seite interpretiert. Doch mehr dazu beim nächsten Mal.

Herzliche Grüße vom Gamemarketeer.


Mein Name ist Gerd Fankhänel,

seit mehr als 6 Jahren arbeite ich im Bereich Game- & Systemdesign. Mein Fokus liegt hierbei auf der Erstellung von interaktiven, auf den Nutzer angepassten Konzepten, die eine intuitive Nutzung des Produkts ermöglichen. Als Gamemarketeer entwerfe ich gemeinsam mit Kunden maßgeschneiderte Strategien, um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen und ihnen das Produkt bestmöglich vorzustellen.

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