Hallo, Frau Mertens oder: 7 Fehler, die kein Texter in seiner Bewerbung machen sollte

Texter werden

Wenn Sie sich als Texter oder Texterin bewerben wollen, haben Sie viele Möglichkeiten. Sie können große Agenturen anschreiben, einzelne Texter oder Texterinnen, von denen Sie vermuten, dass sie viele Aufträge haben, oder Sie wenden sich direkt an Unternehmen als potenzielle Text-Kunden.

Auch bei einer eher formlosen Bewerbung per E-Mail sollten Sie einige Regeln beachten. Es geht schließlich im besten Fall um eine langfristige Geschäftsbeziehung. Da lohnt es sich, etwas Zeit und ein paar Gedanken zu investieren.

Ich bekomme immer mal wieder Bewerbungen von Textern und Texterinnen per E-Mail. Die meisten von Ihnen machen so gravierende formale Fehler, dass ich kaum noch 
Lust habe, weitere Zeit mit den Textproben zu verschwenden.

Und diejenigen, die die Hürde des Anschreibens erfolgreich genommen haben, scheitern oft mit ihren Textproben. Gute Texte brauchen Verstand und Gefühl. Liebe und Esprit. Witz und Wissen. Frische und Eleganz. Dessous, die „einen Farbton besitzen, der zwischen Lachs und Nude rangiert“, turnen mich dagegen so was von ab, während „echte Hingucker“, „wahre Blickfänge“ und „Kernkompetenzen“ mich so was von aufregen.

Und über Geschmack lässt sich wirklich nicht streiten! „Geschmack ist Liebe zur Schönheit.“

1. Die Anrede

Schon bei der Anrede können Sie einiges falsch machen. Wer sich als Freelancer bewerben will, sollte das Anschreiben nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnen. Das wirkt nachlässig, achtlos und unpersönlich.

Zumal Sie bei Einzelunternehmen oder anderen Freelancern schon mit einem Klick ins Impressum den Namen des Ansprechpartners herausfinden können. Damit Sie den Namen garantiert richtig schreiben, kopieren Sie ihn einfach aus dem Impressum in Ihr Anschreiben.

Wollen Sie sich bei einer größeren Agentur oder bei einem größeren Unternehmen als Texter bewerben, dann sehen Sie zunächst auf deren Internetauftritt nach, ob es eine Seite gibt, die die Mitarbeiter und deren Aufgaben im Unternehmen vorstellt.

Finden Sie da nicht die passenden Informationen, rufen Sie einfach in der Agentur oder bei dem Unternehmen an und fragen Sie nach dem richtigen Ansprechpartner. Beim leisesten Zweifel über die richtige Schreibweise lassen Sie sich den Namen buchstabieren.

2. Das Anschreiben

Im Anschreiben stellen Sie sich kurz vor. Sie müssen keinen kompletten Lebenslauf abliefern und erst recht keine halben Romane verfassen. Ihre zukünftigen Auftraggeber interessiert aber, wie und wann Sie zum Texten gekommen sind, ob Sie bestimmte Themen oder Textarten bevorzugen und im Groben auch Ihre Preisstruktur.

Geben Sie auch an, wenn Sie einen eigenen Blog haben oder ein Hobby, das im Zusammenhang mit der Bewerbung erwähnenswert ist. Der Link zu Ihrer Website, zu Ihrem Profil bei Xing oder zu LinkedIn gehört in die Signatur Ihrer E-Mail.

Bei den Preisen für Ihre Texte müssen Sie im ersten Anschreiben noch nicht ins Detail gehen. Texterkollegen und Agenturmitarbeiter wissen in der Regel, dass die Preise für Texte von vielen Faktoren abhängen. Wenn Sie sich bei anderen Unternehmen als Freelancer bewerben, schreiben Sie dazu einen kurzen Satz. Und dann reichen ein, zwei oder drei einfache und kurze Beispiele, wie Sie Ihre Preise kalkulieren. Oder Sie geben Preisspannen an.

Hauptsache, Sie machen es nicht zu kompliziert. Sie können dann lieber anbieten, dass Sie ein Angebot für ein konkretes Projekt erstellen.

3. Fehlerfrei! Oder: Wozu gibt es Lektoren?

Eine Bewerbung, egal um welchen Job, sollte möglichst fehlerfrei sein. Eine Bewerbung als Texter oder Texterin erst recht. Und das gilt für das Anschreiben ebenso wie für die mitgelieferten Textproben.

Selbst, wenn Sie sich in der deutschen Sprache sicher fühlen, sollten Sie überlegen, für Ihre Bewerbung einen Lektor zu beauftragen. Dadurch kaufen Sie sich für ein paar Euro die größtmögliche Sicherheit, eine fehlerfreie Bewerbung abzuliefern.

4. Gut aussehen soll sie auch noch – Ihre Bewerbung als Texter

Bei einer Bewerbung von Textern wird auch darauf geachtet, dass das Anschreiben und die Textproben ansprechend formatiert sind. Sie müssen sich nicht unbedingt an irgendwelche DIN-Normen halten, wie es sie für Briefe gibt. Doch Sie sollten schon das Gefühl für eine ansprechende Formatierung mitbringen und das in Ihrer Bewerbung als Texter beweisen.

Achten Sie darauf, dass die Zeilen nicht zu lang sind und die Abstände zwischen den Zeilen nicht zu knapp sind. Machen Sie nach jedem Themenhäppchen einen Absatz. Dadurch verschaffen Sie dem Leser kleine Verschnaufpausen und er kann die Inhalte leichter verarbeiten.

5. Die Schrift

Seien Sie achtsam auch bei der Wahl der Schriftart und der Schriftgröße. Wenn Sie die Bewerbung als Texter per E-Mail verschicken, muss die Schrift am Bildschirm gut lesbar sein. Selbst beim Smartphone. Eine Serifenschrift wie Times New Roman eignet sich dann zum Beispiel nicht. Calibri, Arial oder Verdana sind hier besser geeignet. Probieren Sie es am besten aus und stimmen Sie Schriftart, Schriftgröße sowie Zeilenabstand und Zeilenlänge gut aufeinander ab.

6. Ach wie gut, dass niemand weiß …

In Ihrer Bewerbung als Texterin oder als Texter sollten Sie möglichst Ihre vollständigen Kontaktdaten angeben. Die wenigsten Ihrer potenziellen Kunden schätzen es, mit einer anonymen Person zu tun zu haben. Auf diese wirkt das unprofessionell und unseriös.

Geben Sie also möglichst auch Ihre Adresse an und eine Festnetznummer, unter der Sie zu Bürozeiten erreichbar sind. Spätestens bei der ersten Rechnung an Ihren neuen Kunden müssen Sie ohnehin die Hosen runterlassen.

7. Textproben und Referenzen

Die meisten Texter verbessern ihren Schreibstil im Laufe der Jahre. Darum sollten Sie die Leseproben für Ihre Bewerbungen immer aktuell halten. Am besten legen Sie sich einen Ordner an, in dem Sie Texte speichern, die sich gut als Referenz eignen.

Gestalten Sie die Vorlage für Ihre Textproben wie einen Geschäftsbrief – mit Logo, Firmennamen und Ihren Kontaktdaten. Tragen Sie bei den Dokumenteigenschaften zumindest Ihren Namen ein.

Ihre Textproben verschicken Sie am besten als PDF. Andere Formate wie .doc oder .docx werden auf fremden Rechnern oft fehlerhaft dargestellt.

Sie können außerdem eine Seite mit Kundenmeinungen anlegen, die Sie gelegentlich aktualisieren. Auch diese Texte sollten fehlerfrei sein. Korrigierte Bewertungstexte sind immer noch authentisch. Sonst stellen Sie Ihre Kunden bloß, indem Sie deren Flüchtigkeitsfehler verewigen.

Wenn Sie Links zu Webseiten Ihrer Kunden schicken, vergewissern Sie sich vorher, dass es immer noch Ihre Texte sind, die auf der Seite stehen. Oft passieren Fehler beim Übertragen Ihrer Texte auf die Seite. Wurden die Texte lektoriert? Wenn nicht, dann schauen Sie genau nach, ob Sie Fehler finden, oder beauftragen Sie einen Lektor.

Extra-Tipp:

Viele, bei denen Sie sich bewerben, haben nicht sofort Bedarf. Doch für die Zukunft können Sie sich eine bessere Position verschaffen, wenn Sie im Anschreiben ein kurzes Telefonat vorschlagen. Hinterlassen Sie nach dem Gespräch einen guten Eindruck, dann bleiben Sie besser in Erinnerung und haben bessere Chancen, bei nächster Gelegenheit angefragt zu werden.

In einem persönlichen Gespräch stellt sich außerdem meist schnell heraus, ob man überhaupt miteinander arbeiten will. Dieses Wissen ist gut für Sie und für den potenziellen Kunden.

Für Ihre Bewerbung als Texter oder als Texterin wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

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